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Autos waren schlicht eine beschissene Idee.

@SheDrivesMobility Ja. PUNKT Wer hatte diesen absonderlichen Plan? Und den auch noch so plaziert, das es scheinbar ohne Karre zum Weltuntergang kommt?

@SheDrivesMobility

Das würde ich so nicht sagen.
Aber Autos widersprechen grundsätzlich dem kategorischen Imperativ von Kant.

Wenns eine/r oder wenige machen, ists kein Problem. Wenns alle machen - so sehen wir jetzt - ist es ein massives Problem.

@SheDrivesMobility hmmm, nö. Nur, wie man sie dann verwendet hat und noch tut.

@SheDrivesMobility so gesehen ist das Internet mit den Rechenzentren und den vernetzten Endgeräten eine beschissene Idee.

Ich stimme zu, dass die Autos in Form von Platzbedarf und Umweltverschmutzung schädlich für den Menschen und die Umwelt ist.

Es ist immer die Frage, was man daraus und damit macht und inwieweit regulierend eingegriffen wird.

Solange für manche Autos allerdings eine Ego- oder Penis-Verlängerung sind, wird sich da nicht groß was ändern. Sprit und steuer rauf

@SheDrivesMobility Steile These - können wir uns auf Verbrennungsmotor einigen. Ich denke da immer an den ländlichen Raum und ältere Menschen. Für viele ist das Auto der einzige Weg zur Teilhabe.

Gesundheit (als Vergleich, negativ)

@SheDrivesMobility
Das würd ich so nicht sagen. Aber wir können halt nicht von morgens bis abends Schoki mampfen und uns dann übern Herzinfarkt und Verstopfung beschweren, wenn man mir diesen kruden Vergleich gestattet. 🥴

@SheDrivesMobility Nein. Man hätte nur wesentlich früher die Weichen anders stellen müssen. Die Fokussierung auf eine Sachen ist immer schlecht. Das, finde ich, sieht man auch an dem Hype um die Elektromobilität.

@jd @SheDrivesMobility
Mal ganz rational gedacht: Braucht es wirklich die Bewegung von zwei Tonnen Stahl für gesellschaftliche Teilhabe?

@wortezimmer @SheDrivesMobility Wenn ich als Pflegedienst auf dem Land meine Patienten besuche, dann brauche ich das 1,4T schwere Fahrzeug. Und einige meiner Patienten für Arztbesuche oder eben um am Leben teilhaben zu können. Die Infrastruktur gibt es hier auf dem Land einfach nicht anders her. Mal ganz rational betrachtet, dann muss man das 🚗 nicht generell verteufeln. Es gibt viele nützliche Einsatzzenarien die ein 🚗 leisten kann.

@jd @SheDrivesMobility @wortezimmer

Ich kann mich an Zeiten erinnern, da fuhr der Pflegedienst am Land mit einem 700kg VW Polo...

@jd

Erkenntnisse gerade für die ländliche Region:

- AutofahrerInnen, insbesondere auch höheren Alters, stellen irgendwann durchaus ein Verkehrsrisiko uA. für andere (schwächer geschützte) Verkehrsteilnehmer dar.

- Weiter hat das Auto dafür gesorgt, dass Infrastruktur vor Ort in ländlicher Umgebung vom "Bäcker" bis zur Schienenverbindung, ÖPNV etc. verschwunden ist.

Das Wort finde ich da nicht so weit hergeholt.

@wortezimmer @SheDrivesMobility

@h2owasser @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Geht mal meine Mama in ihrem Dorf besuchen. Selbst wenn ein Bus fährt, (3 x am Tag) kann sie nicht die 1,5 km bis zur Bushaltestelle mit ihrem Rollator. Fahrrad fahren kann sie nicht mehr. Autofahren dagegen schon. Taxi zum Einkaufen und zurück kostet mehr als ihr Einkauf. Fazit: Hütet euch vor Allquantoren und betrachtet alles differenziert. Einzelmaßnahmen helfen oft nicht.

@a8e @h2owasser @SheDrivesMobility @jd @wortezimmer

Ich stell mir deine Mama jetzt vor, wie schnell sie reagiert, wenn da "plötzlich" ein Kind auf der Straße ist...

Das Kind kann dann nirgends mehr teilhaben oder -nehmen...

@SheDrivesMobility

Autos waren eine wundervolle Idee. Aber wie bei absolut allem gilt: Man darf's damit nicht übertreiben.

Beispielsweise Krankenwägen oder Feuerwehrfahrzeuge sind irgendwie schon nützlich, weil sie so frei fahren können.

@SheDrivesMobility Ich glaube so wie Du das formuliert hast, meinst Du es nicht wirklich.

So wie wir das Auto insbesondere im Privatumfeld benutzen, hofieren und die negativen Folgekosten verallgemeinern, dass ist eine „beschissene“ Entwicklung.

Ich würde z. B. nicht auf schnelle Krankenwagen und Feuerwehr verzichten wollen, die ohne die Erfindung des Autos so nicht möglich wären. Auch ohne Autobusse und LKWs, die auch nur große Autos darstellen wäre ÖPNV und Versorgung kaum realisierbar.

@SheDrivesMobility - Illusionierter Städter eines reichen Landes wahrscheinlich

@jd @SheDrivesMobility Autos haben aber auch dafür gesorgt, dass es auf dem Land so wenig gibt, dass man Autos braucht, um noch teilhaben zu können. Es ist nicht der einzige Grund, aber je mehr Menschen ein Auto hatten, desto weniger haben sich kleine Läden auf dem Land gelohnt, desto mehr konnte der Staat seine Infrastruktur aus der Fläche zurück ziehen. Ein Weg, die Abhängigkeit vom Auto zu lösen, ist es, Nähe zu organisieren, so dass Teilhabe vor Ort möglich ist.

@a8e

Ich habe weder von Allquantoren noch von Einzelmaßnahmen gesprochen.

Ich habe nur gesagt, dass der aktuelle Zustand in ländlicher Region scheinbar so gewollt wurde und wir uns heute über den IST-Zustand nicht wundern müssen.

@jd @wortezimmer @SheDrivesMobility

@h2owasser @a8e @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Ja, es war so schön einfach: Der Staat hat überall ne schöne Straße hingebaut und alle konnten sich selbst drum kümmern, wie sie an Essen, zur Arbeit und zur Schule kommen.

@a8e @h2owasser @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Gesellschaftlich. Es ist einfach alles fürs Auto ausgelegt. 50% der Stadt haben wir den Autos überlassen. Alle Ampeln brauchen wir überhaupt nur für Autos und für sie sind sie optimiert. Die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer ist dagegen zusammengestückelt. Kinder haben wir auf Spielplätzen eingezäunt. Der ländliche Raum wurde zum reinen Wohngebiet...

@h2owasser @wortezimmer @SheDrivesMobility Ist das nicht diskriminierend , wenn insbesondere Menschen im ländlichen Raum ein Verkehrsrisiko darstellen sollen?

Mir ging es doch nur darum, dass man das Auto nicht generell als schlecht abtun kann. Ressourcen, Ökobilanz... etc als das sehe ich dich auch. Ich meine nur, dass es auch sinnvolle Einsätze gibt. Sicher hat das Auto zum jetzigen Stand beigetragen. Es fehlte schlicht die Notwendigkeit.

@jd @h2owasser @SheDrivesMobility
Es gibt bereits jetzt Alternativen, Stichwort Bürgerbus, Micromobility etc.
Ich erlebe in meinem Umfeld häufig, dass Leute sich dafür schlicht zu fein sind.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility Vielleicht mögen Autos auch dafür gesorgt haben aber die treibende Kraft ist doch wohl er die Marktwirtschaft und das sich niemand mehr für 3,40€/h hinstellen kann und einen Laden für 5 Kunden am Tag betreibt. Bei uns im Dorf mit damals etwa 70 Einwohnern gabs kurz vor der Wende noch einen Konsum. Das sich das nicht rechnet und warum das zu Ostzeiten noch ging, sollte doch wohl jedermensch klar sein. Es gibt nicht die eine Antwort.

@jakob @SheDrivesMobility @wortezimmer Den gibts aber nicht mehr.

@jd @SheDrivesMobility @wortezimmer

Buhuuuu.... Dann sollten solche Fahrzeuge wieder gebaut werden.

Punkt.

@jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Verteufeln nicht, aber man kann schon die Geduld verlieren, wenn Leute mit Argumenten kommen nach dem Muster kommen "ich will unbedingt auf dem Land leben. Wegen Ruhe und gesunde Luft und so und weil es billiges wohnen verspricht, aber ich bin nicht bereit aufs Auto zu verrichten, weil ich dann manches anders machen müsste".

@jakob @h2owasser @SheDrivesMobility @jd @wortezimmer @a8e Würde auch für jeden anderen gelten. Das kommt auch auf den Fahrstil an. Aber ja: Wenn ich höre, dass Leute, die altersbedingt stark eingeschränkt sind und trotzdem Auto fahren, bekomme ich schon Zweifel.

@warteschleife @jakob @h2owasser @SheDrivesMobility @wortezimmer @a8e Das darum geht es doch gar nicht. Wer nicht mehr fahrtauglich ist, muss es bleiben lassen PUNKT Da sind wir uns alle einig. Es geht uns darum, dass das Auto nicht die Wurzel allen Übels ist.

@jd @jakob @h2owasser @SheDrivesMobility @wortezimmer @a8e Doch. Das Auto ist die Wurzel allen Übels. Auch wenn es vielfach aktuell noch keine Alternative gibt.
Im Übrigen: Gerade wenn man an die Generation denkt, für die von mangelnder fahrtauglichkeit bedroht ist, müsste man doch über Strukturänderungen nachdenken, die ein kfz-freies Leben lebenswert machen.

@stefan @jd @SheDrivesMobility Das hat aber vor allem etwas mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft zu tun. Noch 1950 haben iirc 30% in der Landwirtschaft gearbeitet. Heute sind es bei Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei zusammen noch 1,5%. Dörfer sind entstanden, weil die Leute auf dem Bauerhof gearbeitet oder die Leute auf dem Bauernhof versorgt haben. Das ist ein massiver Funktionsverlust. Da wohnt man jetzt nur noch, weil man da wohnt.

@stefan @jd @SheDrivesMobility Die brauchen ja nicht irgendwelche Arbeitskräfte, sondern ausgebildete. Die sind da, wo es schon solche Arbeitskräfte gibt, wo sie günstig an Energie und Rohstoffe kommen - wenn denn jemand den Standort geplant hat. Ansonsten entstehen Unternehmen da, wo die Leute wohnen, die sie gründen. Deswegen gibt es doch auch "Hidden Champions" irgendwo aufm Land.

@kaffeeringe

Nein!

Im Dorf wohnt man weil dort unmittelbares soziales Lernen in einem unentrinnbaren Gefüge stattfindet. Kein Ghosting, keine Blocklisten.

Kinder lernen dort von Beginn an, daß es mehr Erwachsene gibt als Papa und Mama, plus die Grundbegriffe von Solidarität sowie den verantwortungsvollen Umgang mit Gemeingütern.

Auch wenn es mitunter anders rüberkommt, ist bspw. das dörfliche Vereinswesen die Keimzelle eines gelebten Sozialismus.

:)))

@stefan @jd @SheDrivesMobility

@warteschleife @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Ist es verwerflich, Ruhe und frische Luft haben zu wollen? Oder leistbares Wohnen? Nicht billig, leistbar!

80m2 ca. 1500€ kalt. Nein, das ist nicht Ignoranz, wenn man dann in Richtung Land geht.

Die Verallgemeinerung, quasi die gesamte Landbevölkerung kollektiv als änderungsunwillig zu bezeichnen, finde ich ziemlich uncool.

Es gibt Städter, die einen Hybrid SUV kaufen. Deswegen sind nicht alle schlecht.

Miteinander statt Gegeneinander!

@WandernAustria @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Ich habe weder geschrieben noch gemeint, dass alle Landbewohner gleich sind.
Aber ich finde es schon fragwürdig, wenn man sich Ruhe und Natur wünscht und dabei auf ein Mobilitätskonzept setzt, dass oft Hauptursache für Lärm ist und für das große Flächen asphaltiert werden müssen.
Es ist nicht verwerflich, alles auf einmal haben zu wollen. Aber man muss halt damit leben, nicht alles zu bekommen.

@warteschleife @WandernAustria @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility

Ich frage mich auch immer, wer setzt sich den auf dem Land für besseren ÖPNV usw. ein. Eine kleine Minderheit, wenn überhaupt. Und wenn dann z.B. die Benzinpreise steigen, schreien alle nach finanzieller Entlastung. Und zwar nur nach Entlastung. Nicht nach besseren Radwegen oder besseren ÖPNV.

@Cityradler @warteschleife @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility da sind in erster Linie die Bürgermeister gefragt. Als Gemeindebürger kann man den aufsuchen. Habe ich 2x gemacht. Problem am Land ist Finanzierung. Bus oft zu leer.

Aktuell werden bei uns in der Gegend Ruftaxis getestet.

Radwege: auch hier Kampf um Geld. Ein für uns sehr wichtiger wurde gerade zugunsten einer anderen Strecke geopfert.

Politik muss umdenken. Radwege und Öffis müssen sich rechnen, bei Straßen für PKW fragt keiner.

@WandernAustria @warteschleife @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility@norden.soci

Die Leute auf dem Land haben sich gemütlich eingerichtet und denken, es geht immer so weiter. Was ich vollkommen nachvollziehen kann. Das ihre (immer größer werdenden) Autos aber unsere Städte immer mehr belagern, das ist allen vollkommen egal. Da würde ich mir auch mal Verständnis wünschen. Und das sich die Leute nicht nur bequem zurück legen, sondern auch mal aktiv werden.

@Cityradler @WandernAustria @warteschleife @jd @wortezimmer Ich glaube, du meinst nicht die "Leute auf dem Land", sondern du meinst die "Speckgürtelpendler".

Erstere haben normalerweise gar kein Interesse daran, öfter als unbedingt nötig in "eure" Städte zu fahren. Letztere dagegen täglich oder öfter.

@toe @WandernAustria @warteschleife @jd @wortezimmer

A) Zur Klarstellung zu meinem Toot: unsere Städte = die Städte.

B) Ob das Ziel städtisch oder ländlich liegt spielt dabei keine Rolle.

C) Sie haben kein Interesse daran, tuen es aber trotzdem. Mit dem Auto. Wie das die Menschen in der Stadt finden, spielt dabei keine Rolle.

@Cityradler @toe @warteschleife @jd @wortezimmer gleiches gilt für jene Städter, die am Wochenende zur Erholung mit dem Auto aufs Land rausfahren. Wie die Menschen das auf dem Land finden, spielt dabei keine Rolle.

Weißt du, worauf ich hinaus will? Es sind nicht "die Städter" oder "die vom Land". Es sind jene Menschen, die sich nicht verändern wollen. Die gibt es in der Stadt und auf dem Land.

@WandernAustria @toe @warteschleife @jd @wortezimmer

Ich schreibe das auch bewusst aus einer Richtung, damit wir uns genau dazu einig sind:
Es gibt keine Seite, die in der aktuellen Situation im Vorteil ist. Wir als Land haben uns in die Situation gebracht.
Nur eins: Ich kenne viele städtische Aktionen für die , aber keine in den ländlichen Gebieten. Wahrscheinlich habe die aber auch nur übersehen.

@Cityradler @toe @warteschleife @jd @wortezimmer Es gibt bei uns auch einiges dazu am Land. So hat mein Nachbarort eine Klima - Challenge veranstaltet und mit insgesamt 120 KEM (Klima und Energie Modellregion) gibt es in Österreich auch auf dem Land eine Initiative in diese Richtung.

Aber ja, es gibt noch viel Luft nach oben, da bin ich ganz bei dir!

@WandernAustria @toe @warteschleife @jd @wortezimmer

Wir bleiben einfach alle am Ball und berichten hier auf Mastodon weiter darüber 👍 Egal ob aus AUT oder D 🙂

@Cityradler @jd @wortezimmer @warteschleife @toe @WandernAustria

Klaus an der Pyhrnbahn sei genannt. Die haben dort ein Anrufsammeltaxi für Ortseigene und Tourisen geschaffen, um den Druck ein Auto zu besitzen, zu verringern.

Und der Bregenzerwald ist ganz vor dabei mit dem "Wäld'rbus". Großartig, was die dort an ÖV in einer dünnbesiedelten, geographisch schwierigen Region seit 30 Jahren aufgebaut haben.
Da würde bei uns 1 Bus am Tag, werktags fahren. Dort brauchst kein Auto!

@jd @kaffeeringe @SheDrivesMobility

Weil zu "Ostzeiten" noch alle im Ort kauften...

Grundübel für den Tod der fußläufig erreichbsren Nahversorgungsinfrastruktur ist schon das Auto. Da gibts auch beste Untersuchungen dazu.

Vielleicht magst du mal am Institut für Verkehrswissenschaften der TUWien nachforschen...

@jakob @SheDrivesMobility @jd Es ist halt nicht nur ein Grund.Der ländliche Raum hat mit dem Verlust der wirtschaftlichen Bedeutung auch insgesamt an Bedeutung verloren. Das Auto rettet das Dorf nicht davor, reine Schlafsiedlung und Altenwohnsitz zu sein. Nur wenn wir den Dörfern eine echte Funktion geben, haben die eine Zukunft. Das bedeutet aber, irgendwas passiert vor Ort und das müsste dann per Bus, fußläufig und per Rad gut machbar sein.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Das begann schleichend mit dem Versuch mit breiten Straßen die Dörfer "attraktiver" zu machen... Man dachte (und die Dinosaurier denken es heute noch), dass dann die Dorfbewohner mittels Auto in die größeren Städte mit dem besseren Arbeitsplatzangebot pendeln können... und so Geld ins Dorf bringen.

Das Gegenteil war und ist der Fall.

Durch die breiten Straßen wurde das zufuß Gehen unattraktiv. Dann schlug relativ schnell die Verhaltensweise zu, dass der Mensch in der Nähe des Arbeitsplatzes einkaufen geht, und nicht dort wo er wohnt. Auch klar. Der Greißler kann nicht bis 7, 8 am Abend offenhaben. Also kauft man in der Nähe des Arbeitsplatzes im nächsten Oberzentrum im Einkaufszentrum ein. Diese machen Umsatz... der Greißler nicht. Dem Greißler fehlen aber schon 15, 20 Kundschaften und er muss schließen.

Ein Ort ohne Einkaufsmöglichkeit ist aber nicht so attraktiv. Wenn die Leute spät abends mit dem Auto - schon eingekauft - heimkommen, sind sie müde und gehen ins Bett... und nicht mehr ins Wirtshaus. Der Fernseher erleichterte das daheimsein... das Internet noch mehr. Ohne Gäste, kein Wirtshaus.
Da eh schon die meisten ein Auto haben, rentiert sich der ÖV auch nicht mehr - wird eingestellt...

Und dann ist es auch nicht mehr attraktiv in so einem Ort. Kein ÖV, kein Wirtshaus, kein Geschäft und täglich noch weit pendeln... man sucht sich eine Wohnung oder ein Haus in der Nähe des Arbeitsplatzes.

Früher mussten weiters die Firmen zu den Menschen. Mit Auto und Pendlerpauschale rücken die Firmen aber sukzessiv in die Nähe der Ballungsräume wo besseres Internet, Autobahn, Flughafen, Hafen, Güterbahnhof, andere Firmen zwecks Kooperation, Agglomeration sind... der Staat bezahlt dafür, dass die Arbeitskräfte zu mir kommen. Ich muss nicht mehr raus in die Pampa.

Und alles zusammen führte über die Jahrzehnte zu den toten Dörfern die wir heute haben. Manche leben noch aus Nostalgie dort, oder weil es in der Stadt zu teuer wurde. Viele wanderten aber ab. Die Jungen verlassen das Land... aus verständlichen Gründen. Ohne Junge Menschen aber stirbt das Land...

Und ja... treibende Kraft war die Hoffnung, mit dem Auto alles besser zu machen. Und ich unterstellen den Planern der 1950/60ern wirklich gute Absichten. Nur seit den 1970ern sollte es klar sein, dass dieser Weg ein Holzweg mit jähem Ende ist...

@Sucher @SheDrivesMobility

Ich gehe auf meinen ersten Kommentar in diesem Thread ein:
Das Auto genügt nicht dem kategorischen Imperativ von Kant. Man kann das Auto nicht so benutzen, dass es immer noch kein Problem ist, wenn alles es so nutzen würden...

@jakob @SheDrivesMobility @jd Heutzutage müsste man Einkaufen vor Ort ja auch ganz anders möglich machen können - eher im Sinne einer Paketstation. Wobei ich immer sagen würde: Ganz ohne Personal sollte man nicht planen. Wenn man eine Landkultur erhalten will, schafft man das nicht mit reinen Packstationen und Geisterbussen. Kultur sind die Verbindungen der Menschen untereinander.

@WandernAustria @Cityradler @warteschleife @jd @wortezimmer @SheDrivesMobility Verkehr “rechnet” sich nie. Auch die Autoinfrastruktur muss von der Allgemeinheit finanziert werden (nein die kfz-Steuern decken das BEIWEITEM nicht). Wir haben halt seit dem 2. Weltkrieg zu quasi 100% auf Automobilität gesetzt. Jetzt sich ein 2. System zu leisten ist natürlich schwierig, wenn man auf biegen und brechen keine alten Zöpfe abschneiden will.

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@jakob @WandernAustria @toe @wortezimmer @Cityradler @jd @warteschleife wobei der abends dann leider auch nicht mehr kommt. Trotzdem ein Vorzeigeprojekt, was seinesgleichen sucht.

@_grumpy__dad_ @jakob @SheDrivesMobility @jd Das meinte ich ja: Eine Art Packstation für Bestellungen inkl. Kühlschrankfach. Angebunden an ein medizinischen Versorgungszentrum oder eine NÄPAs-Station.
Das sorgt schon für weniger Wege, aber bringt es echtes Leben in die Dörfer? Ist es eine echte Zukunft?

@stefan @SheDrivesMobility @jd

Die Zersiedelung allein dem Auto in die Schuhe zu schieben, wäre unfair. Einige Jahre davor haben Straßenbahn-Betreiber in den USA weit draußen vor den Städten großflächig Gründe gekauft, Siedlungen drauf gebaut und per Tram an die Städte (San Francisco, LA...) angebunden, damit die Fahrgäste möglichst weite Strecken mit der Tram zurücklegen und viel Fahrentgelt bezahlen müssen... das hat zu einer ersten großen Welle der massiven Zersiedlung in den USA geführt. Die war allerdings - im Gegensatz zur Zersiedlung durch das Auto - kontrolliert und kontrollierbar entlang der ÖV-Achsen.

Erst das Auto führte dann ab den 1960ern bei uns und schon etwas früher in den USA zu einer flächigen Zersiedlung mit Siedlungen mit so geringer Bevölkerungsdichte, dass sinnvoller ÖV oder gar fußläufige Nahversorgung nicht mehr möglich war und bis heute ist. Für diese Infra benötigt man schon eine gewisse Anzahl EW/km²... sonst bist du zwangsläufig auf das Auto angewiesen.

Und genau DAS ist auch der Grund, warum ich fürchte, das eine Verkehrswende bei uns zum Scheitern verurteilt ist, bevor sie begonnen hat. Die Grundlage für eine Verkehrswende wurden in den letzten 30-50 Jahren kaputtgebaut... Diese Siedlungen sind auch der Grund für den massiven Widerstand der Leute gegen Beschränkungen für das Auto.
Diese Siedlungen sind schlicht ohne Auto nicht mehr bewohnbar... so schrecklich naiv und klein das jetzt klingen mag... Aber wir haben da als Gesellschaft echt ein Problem.

Wir müssen die Siedlungstätigkeit der letzten 50 Jahre wirklich revidieren. Das heißt auf Ortskerne zentriert neu aufbauen und all die Einfamilienhausflächen abreißen und renaturieren... Aber wie bringt man die Menschen dazu, das freiwillig zu tun? Womit erledigt man das? Mit Baumaschinen... die fressen wieder Diesel... mit Ressourcen die nicht nachwachsen... es müssen VIELE Häuser neu gebaut werden, damit man viele alte Häuser abreißen kann, damit man Siedlungen bekommt, die wieder mit Geschäften versorgt werden können, wo man zu fuß einkaufen gehen kann...
Dieser Umbau der Siedlungsstruktur - sofern man den überhaupt über die Bühne bringen könnte, erfordert wiederum massiven Einsatz fossiler Energieträger und nicht nachhaltiger Ressourcen... und ist in der jetzigen Zeit dem Klimawandel zuträglich, dessen Bekämpfung aber nicht...

Wir stecken als Gesellschaft nach wie vor Millarden € und Ressourcen in den Ausbau von Straße und fossilen Energieträgern... wir schaffen keine Ressourcen, um in wenigen Jahren nachhaltige Energieträger überhaupt bauen zu können... Das wird so einen Kracher machen, wenn das System zusammenbricht, weil z.B. Öl oder Gas auf einmal nicht mehr ausreichend verfügbar ist (Stichwort Peak Oil). Dann ist von heute auf übermorgen nämlich Schluss mit allem. Dann gelingt auch keine Energie- oder Mobilitätswende mehr, weil einfach die Antriebsenergie dazu fehlt irgendwas zu bauen... geschweige denn die Bevölkerung zu ernähren...

@jakob @SheDrivesMobility @jd @stefan Die USA kann man schlecht vergleichen. Da darf man ja in vielen Staaten gar nicht zwischen Wolkenkratzern und Einfamilienhäusern bauen. Und Einfamilienhäuser in Masse sind echt schwer per ÖPNV anzubinden. Deutschland ist auch nicht zersiedelt im Sinn von "Urban Sprawl". In Deutschland haben Menschen in der Landwirtschaft gearbeitet und dort gewohnt, wo die Arbeit war. Da wohnen jetzt Leute, die nicht in der Stadt wohnen wollen und Alte.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Ich gehe hier mit REWE stark ins Gericht. In Österreich hatten einige Bauern die gute Idee als Direktvermarkter Automaten aufzustellen, wo man im Vorbeifahren Eier, Milch, Brot, Erdäpfel, Äpfel usw. aus entsprechend gekühlten Automaten kaufen konnte... Ist natürlich eine Autofahrer-Infrastruktur... aber immerhin schafften es die Direktvermarkter eine Einnahmenschiene mit regionaler Vermarktung an den Handelsriesen vorbei zu etablieren.

REWE hat dann auch solche Stationan aufgestellt und gegen die Direktvermarkter geklagt, weil die irgendwelche Automatengeschäfts-Auflagen nicht erfüllten... und wenn ich mich recht erinnere, sogar gewonnen.

Oaschlecha darf man ja nicht sagen, und hab ich auch nicht gesagt. Mir fiel nur grad dieses schöne Österreichische Schimpfwort ein, welches ich einmal in den deutschen Sprachraum einfließen lassen möchte. Falls ihr es noch nicht kennt.

@_grumpy__dad_ @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Bei mir daheim fahren die Bäcker "ins Gai". Nach wie vor... das war und ist eine Tradition (der Gaifahrer), der täglich raus zu den Bauern und in die Siedlungen fuhr, um die Menschen dort mit Brot und Gebäck und anderen Backwaren und Handelswaren die man beim Bäcker bekommt, zu versorgen. Man kann Spontankäufe tätigen, oder auch "Abonnements" haben. Jeden Sonntag 5 frische Semmerl, z.B.
Dann hat dir der Bäcker die in einem Sackerl an die Tür gehängt, und einmal im Monat wurde das abgerechnet. Die Spontankäufe bezahlte man sofort.

Man muss wissen, wann der Bäcker kommt und daheim sein. Das geht natürlich bei Geister-Wohnsiedlungen nicht.

Btw. Gai hat die selbe Wortwurzel wie der Gau und bezeichnet einen Rayon oder ein klar definiertes Gebiet. Die Bäcker haben sich die Gegend aufgeteilt. Und hat ein Bäcker mal im falschen Rayon oder Gai etwas verkauft, "kam er dem anderen ins Gai"... was zu bösem Blut bis hin zur Klage führte... Der Begriff "Jemandem ins Gai kommen" ist aber bis heute gebräuchlich.

Ich weiß allerdings nicht, wie weit verbreitet das Gai-Fahren noch ist. In meinem Heimatort sah ich unlängst noch ein Stellenangebot für einen Gai-Fahrer ausgeschrieben.

@jakob @SheDrivesMobility @jd An Gesetze muss man sich nun mal halten - oder sie ändern. Das müsste man doch aber auch hinbekommen.

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd @_grumpy__dad_ Es kommt aufs Dorf an.
Ist es ein reines Geisterdorf, eine Wohnsiedlung, wo untertags niemand daheim ist... wird man um solche Packstationen nicht umhin kommen.
Ist es ein Dorf im Dämmerzustand... wo es noch ein wenig Leben gibt... ist ein geförderter Einzelhandel sicher die bessere Wahl.

Aber es braucht ein Commitment mit der Bevölkerung. Wenn die nicht mitmachen... und sich bereit erklären (am besten schriftlich), z.b. 50% ihrer Monatseinkäufe in so einem Laden zu tätigen... wirds nix.

Kriegst du das aber, wirds sehr wohl etwas. Steinbach an der Steyr hat das schon vor 30 Jahren gezeigt, wie man in einem solchen sterbenden Dorf einen Trend setzen kann, der allen gängigen Entwicklungen am Planeten entgegen geht... Oder Reichraming im Ennstal... (Mal die Suchmaschinen des geringsten Misstrauens nach diesen Orten befragen)

@kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Prinzipiell ja. Was ich an Rewe aber so verachtenswert finde ist die Tatsache, dass sie den Bauern den Hals abschneiden und ihnen jede Möglichkeit faire Preise für ihre Produkte zu erzielen, abdrehen und selbst in diesen Markt reingehen...

@jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd sagen https://solar.lowtechmagazine.com/2018/01/bedazzled-by-energy-efficiency.html und Ivan Illich: Technik wirkt oft zum Gegenteil. Rebound Effekt. Z.B.: Wir fahren schneller, sind aber mehr Zeit unterwegs. Fahren halt weiter.

@kaffeeringe @_grumpy__dad_ @jakob @jd ich finde, das Autohändler:innen ihre Grundstücke dazu umbauen sollten. Die sind auch auf dem Land.

@_grumpy__dad_ @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd Inzwischen hat - zumindest hier um Stuttgart - jedes Dorf entweder Aldi, Netto oder Lidl. Das Problem ist dass trotz der geringen Entfernung trotzdem mit dem Auto eingekauft wird

@_grumpy__dad_ @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd

Das ist ja nicht nur ein Problem der Dörfer. Stadtrandlagen von Großstädten, gewachsene Einkaufs-Strukturen zerfallen langsam, Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur noch am Rand des Stadtteils, gerne angelagert an Industrieflächen oder das Neubaugebiet auf ehemaligen industriebereichen. Aus weiten Teilen des Stadtteils nur mit dem Auto oder 30 Minuten Fußmarsch erreichbar.

@_grumpy__dad_ @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd
Grundlegendes Problem, auch vieler Innenstädte, ist die Konzentration auf einige wenige Ketten, egal ob das Lebensmittel oder Klamotten oder sonstiger Bedarf ist. Ketten arbeiten kosteneffizient d.h. große Flächen mit wenigen Mitarbeitern, zentrale Produktion/Lagerhaltung. Kleine Geschäfte, Versorger haben keine Chance mehr. Weil Ketten große Flächen verlangen werden kleine Flächen stillgelegt/abgerissen. Es schwindet nicht nur der ..

@_grumpy__dad_ @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd kleine Einzelhändler und der lokale Bäcker, genauso verschwindet auch Vielfalt im Angebot. Im Handwerk ist ähnliches zu beobachten. Einige wenige wachsen überdurchschnittlich und graben kleinen Betrieben die Kundschaft ab, es entsteht ein lokales Quasimonopol. Treiber des Wachstums sind dann Hersteller im Hintergrund.

Mein Verkehrsplanungsprofessor #Knoflacher erzählte einst, dass die Leute heute denken, dass Butter aus Niederösterreich, Butter aus Salzburg, Butter aus Irland, Butter aus Italien in jedem Supermarkt in ganz Europa überall die selben 20 verschiedenen Buttersorten "Vielfalt" wäre... Oder Handl-Speck aus Tirol mit Fleisch von Tönnies... in jedem fucking Supermarkt...

Man gehe einmal in Kärnten von Alm zu Alm, von Bergbauer zu Bergbauer und gönne sich dort Butter und Speck... DAS ist vielfalt. Bei jedem schmeckts anders.

@kaputze @_grumpy__dad_ @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd Aldi, Netto usw. sind aber eigentlich keine echte Alternative. Versuch' mal da ein bestimmtes Produkt zu erhalten.

@Rako_Lohgar @kaputze @_grumpy__dad_ @jakob @kaffeeringe @SheDrivesMobility @jd
Versuch das mal bei einem Tante Emma Laden aus den 1970ern.

@expertenkommision_cyberunfall @kaffeeringe @kaputze @SheDrivesMobility @Rako_Lohgar @jd @_grumpy__dad_

Es gab/gibts ja nicht nur den Greißler... es gab/gibt ja auch div. Fachgeschäfte... Bichladen, Drogerie, Schreibwaren, Hemden, Knöpfe, Eisenhandlung, Landhandel, Blumenladen, Bastelwaren, Farbenhandel, Feinkostladen...

@jakob Ich bedauere das sogar, dass es überall das gleiche gibt. Ich gehe so gerne im Ausland in den Supermarkt, da muss ich nicht das gleiche vorfinden, wie in Berlin. Ich möchte auch in Süddeutschland was anderes finden als hier. Ja, das ist für mich Vielfalt. Wenn es europa- oder sogar weltweit das gleiche gibt das genaue Gegenteil.

@wolf
Der in Klaus, oder der Wälderbus?

Ich hab vor einigen Jahren eine Fahrgastbefragung über mehrere Tage und übers gesamte Wälerbus-Netz gemacht, zur Evaluierung, ob die Fördergelder das gebracht haben, was das Konzept versprochen hat (spoiler: JA, hat sogar mehr als erhofft gebracht)

Da fuhren die allermeisten Linien bis spät am Abend... 22:00, 23:00 ankunft im hintersten Dorf...
Ist aber auch schon ein paar Jährchen her... weiß nicht, in welche Richtung "optimiert" wurde...